Schülerinnen und Schüler der Karl-Meichelbeck-Realschule wiederum erfolgreich bei PET
Ist es nicht seltsam? Da stöhnen die Schülerinnen und Schüler landauf, landab über die "Penne", Leistungsstress und Notenterror, kommen dann freiwillig an zwei Samstagen in die Schule und bezahlen auch noch 80 € hierfür?
Das Zauberwort für solche Anomalie heißt PET, eine Abkürzung für Preliminary English Test. Dahinter verbirgt sich ein international anerkanntes Sprachzertifikat, das von der University of Cambridge Local Examinations Syndicate in England nach strengen Prüfungsregeln verliehen wird. 39 Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe der Karl-Meichelbeck-Realschule nahmen im Schuljahr 2005/2006 an dieser Prüfung für Europas führende Sprache teil - leider 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer weniger als im Schuljahr 2004/05 - und das Ergebnis kann sich sehen lassen :
94,87 % bestanden die Prüfung, 14, 7 % davon sogar mit Auszeichnung!
Die Hürden waren dabei für die Prüflinge nicht gerade niedrig gelegt: Nachgewiesen werden mussten mündliche Kommunikationsfähigkeit, Lese- sowie Hörverständnis. Hinzu kam noch ein Beweis der schriftlichen Ausdrucksfähigkeit der einzelnen Probanten. Dies alles auf dem Niveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen, der einen definierten Standard - in Niveaustufen abgegrenzt- der Sprachkompetenz der Zertifizierten festlegt. Solche Leitlinien gibt es europaweit für alle Fremdsprachen in allen Ländern, wobei der Lehrplan für die bayerischen Realschulen die Kompetenzstufe B1 dieses Zertifikats als erstrebenswertes Ziel für die 9. Jahrgangsstufe im Unterrichtsfach Englisch ausdrücklich vorsieht.
Am Samstag, den 13.Mai 2005, begann die erste Hürde des Parcourslaufs für die Schülerinnen und Schüler: Jeweils im Duett musste ein 12-minütiger Speaking Test absolviert werden, um die mündliche Sprachkompetenz nachzuweisen. Das anfangs flaue Gefühl in der Magengegend so mancher Prüflinge- galt es doch in einer anderen Sprache seine Gedanken und Gefühle zu äußern, wobei dann meistens letztere schneller als der verfügbare Wortschatz durchs Gehirn jagen- legte sich rasch und alle waren der Meinung, dass es gar nicht so schlimm gewesen sei, sobald die Hemmschwelle überwunden.
Am Samstag, den 20.Mai. 2005, folgte dann der Prüfung zweiter Teil: Zuerst mussten sich die Prüflinge einem 35- minütigen Hörverstehenstest unterziehen. Nach einer kurzen Verschnaufpause stand der zweistündige Marathon an, in dem das Leseverstehen sowie die Schreibfertigkeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer geprüft wurde. Dem Stress schloss sich die Erleichterung an! Alle Probanten waren sich auch heuer wieder einig: "Das war machbar" und dies wiederum ein Zeichen für die gute unterrichtliche Vorbereitung durch die einzelnen Fachlehrkräfte.
Da die Testergebnisse in England ausgewertet wurden, konnten erst Ende Juli den angetretenen Prüflingen ihre Zertifikate aushändigt werden, was aber der Freude und dem Stolz über das erreichte Ziel bei den Schülerinnen und Schüler sicherlich keinen Abbruch tat. Und wieder bestätigt sich der schon aus der Antike bekannte Wahlspruch: Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir. Denn als Hauptmotivation für ihren freiwilligen Sondereinsatz gaben alle übereinstimmend die Situation auf dem Ausbildungssektor an. Gerade in einer zunehmend global vernetzten Wirtschafts- und Berufswelt ist Beherrschung der weltweit führenden Fremdsprache für die Schülerinnen und Schüler immer wichtiger und sicherlich prüft ein Ausbildungsbetrieb die Bewerbungsunterlagen der Absolventinnen und Absolventen der Schule im nächsten Jahr wohlwollender, wenn ein solches Zertifikat beiliegt.
Schulleitung und Kollegium, besonders aber die Fachschaft Englisch, gratulieren den 64 Prüflingen von ganzem Herzen und hoffen, dass die Wirtschaft diese freiwillige Sonderschicht bei der Suche nach den Ausbildungsplätzen berücksichtigen wird.